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2.3.2011  Lokales Steinbach

Archiv hat eine neue Heimat

Bürgermeister Naas träumt von einem kleinen Kulturzentrum im alten Ortskern

 

         


Unterm Dach der Bücherei in der Bornhohl hat das Archiv des Vereins für Geschichte und Heimatkunde eine neue Bleibe gefunden. Gestern stellte der Vorstand das neue Domizil vor.

Von Michael Neumann

Steinbach. Mit dem Einzug des Archivs des Steinbacher Vereins für Geschichte und Heimatkunde in das zweite Obergeschoss der Stadtbücherei in der Bornhohl geht eine lange Odyssee zu Ende. Im Rathaus war das Archiv schon untergebracht und in der Alten Post, am neuen Ort über der Bücherei ist für das Archiv nun wohl Endstation.

Klein aber fein und vor allem auch gemütlich ist der neue Aufenthaltsort für all die Akten, Hefte und Bücher, die sich mit der Geschichte des Dorfes und später der Stadt Steinbach beschäftigen. Lange Zeit nahm es in Anspruch, bis die zwischen Dachbalken aufgestellten Regale mit Akten gefüllt waren.

Dabei hatte es nur zwei Tage im Oktober gedauert, bis das gesamte Archiv von der Alten Post ins neue Domizil über der Bücherei gebracht worden war, wie Ilse Tesch gestern Vormittag bei der Einweihung des neuen Archivs berichtete.

Alle haben geholfen

Die Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatkunde hatte gemeinsam mit Vorstandsmitglied Gloria Recht bei der Einrichtung des Archivs in den neuen Räumen die Hauptarbeit geleistet. «Aber eigentlich haben alle Aktiven des Vereins mitgeholfen und natürlich auch die Stadt», sagte Ilse Tesch.

Den 1. März hatte die Vorsitzende Tesch ganz bewusst für die Einweihung gewählt, denn exakt an diesem Tag vor neun Jahren war das Archiv in der Alten Post eingerichtet worden. «Dort haben wir uns sehr wohl gefühlt, und so war ich skeptisch, als mir Bürgermeister Naas mitteilte, dass wir in die Bornhohl wechseln müssen, doch nun fühlen wir uns hier schon sehr wohl, obgleich wir hier etwas weniger Platz haben», sagte Tesch. «Allerdings wartet noch viel Arbeit auf uns, denn noch ist nicht alles ausgepackt. Immerhin waren es ja 80 Kartons, die wir in die Bornhohl gebracht haben.»

Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP), der Tesch die Schlüssel fürs Archiv überreichte, dankte den Verantwortlichen des Geschichtsverein dafür, dass sie ehrenamtlich Aufgaben übernehmen, die in anderen Kommunen von hauptamtlichen Mitarbeitern bewerkstelligt werden müssten. Er könne sich vorstellen, dass hier im alten Ortskern einmal ein kleines kulturelles Zentrum entstehen könnte. In das Ensemble mit Bücherei und Archiv und dem kleinen Museum des

 

Geschichtsvereins im Alten Backhaus gerade um die Ecke könnte die der Stadt gehörende Scheune einbezogen werden, die zurzeit nur als Abstellraum genutzt werde, träumte Naas. Auch mit solchen Plänen sei es ihm gelungen, Ilse Tesch den Umzug in die Bücherei «schmackhaft zu machen».

Gregor Maier, Fachbereichsleiter Kultur beim Hochtaunuskreis, gratulierte dem Verein zum neuen «sehr gemütlichen Heim unterm Dach». Sonst finde man Archive eher in Kellerräumen, sagte Maier. Er stellte heraus, wie wichtig Archive seien, um die Geschichte von Dörfern und Städten aufzuzeichnen. Im Steinbacher Archiv finden sich Dokumente aus den Zeiten, als Steinbach noch zum Amt Rodheim oder zum Amt Vilbel gehörte. Nachzulesen ist auch, dass das Dorf Steinbach bis zum Jahresende 1946 noch zu Offenbach gehörte und erst dann dem Obertaunuskreis einverleibt wurde.

  

Bürgermeister Dr. Stefan Naas (rechts) überreichte Ilse Tesch gestern symbolisch den Schlüssel für das neue Archiv. Gregor Maier gratulierte im Namen des Hochtaunuskreise und überreichte eine Fibel.

Mit ungezählten Zeitungsausschnitten werden die Steinbacher Jahre 1980 bis 1990 dokumentiert, was über eine ABM-Maßnahme möglich war. «Leider konnten wir das nicht weiterführen, dazu fehlt einfach die Zeit», sagte Tesch. Ebenfalls im neuen Archiv findet sich eine kleine archäologische Abteilung die von Heinrich Haldorn betreut wird. Hier werden Fundstücke aus Römer- und Hallstatt-Zeit aufbewahrt, die im Museum keinen Platz fanden.

Das Stadtarchiv ist seit gestern übrigens um ein Ausstellungsstück reicher. Ingeborg Naas hatte Tesch eine hübsche Sammeltasse mitgebracht, ein Erbstück ihrer Urgroßmutter, das aus dem Jahr 1886 stammt. Wer sich das neue Archiv ansehen oder dort forschen möchte, sollte sich mit Ilse Tesch, Telefon (06171) 52170, in Verbindung setzen.