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05.01.2010 LokalesSteinbach 

 

 

 

 

In einer Messezeitung von 1622 ist die Stadt erstmals abgebildet

 

Steinbach im Glück 

 

         

 

Das Heimatkundemuseum Steinbach öffnet am 16. Januar wieder seine Pforten. Zu sehen gibt es dort unter anderem die älteste Abbildung des Städtchens aus dem Jahr 1622.

 

 

Steinbach. Oberursel brennt, Schwalbach brennt, Eschborn brennt, Kalbach brennt, und andere Orte brennen auch. Das ist gut auf dem Druckbild von 1622 in der «Historischen Relation» – einer Art Messezeitung – zu erkennen.

 

Überall steigt Rauch aus den angedeuteten Siedlungen auf. Nur «Steinbach brennt nicht» titelte das Blatt. Und in der Tat zeigt die Grafik das winzige Steinbach – hinter großen Truppen des 30-jährigen Krieges – aber Wolken steigen dort keine auf.

 

Die Darstellung, die es auch Menschen ohne Lesekenntnisse ermöglichen sollte, die Lage zu erfassen, ist die älteste, die auch das Städtchen vor den Taunushängen abbildet. Somit ist sie ein Kleinod für die Steinbacher Historiker und hat im Heimatkundemuseum einen besonderen Platz erhalten.

 

«Es ist eine ziemlich naive Darstellung. Auf Proportionen sollte man nicht achten, aber das war ja auch nicht der Zweck des Bildes», sagt Ilse Tesch, Vorsitzende des Steinbacher Vereins für Geschichte und Heimatkunde. Doch man kann sich schnell verlieren in der detailreichen Arbeit, welches eine vertraute und irgendwie doch so ferne Landschaft zeigt.

 

«Was mich eigentlich am meisten frappiert, ist die Tatsache, dass während des 30-jährigen Krieges in Frankfurt Messe war und eine Messezeitung herausgegeben wurde. Wenn man an diesen Krieg denkt, denkt man sonst immer nur an schreckliche Sachen», so Tesch. Steinbach scheint aber Glück gehabt zu haben. Während Oberursel gleich zweimal niedergebrannt wurde, sind die Truppen durch die Nachbargemeinde nur durchgezogen.

 

Das seltene Bild verdanken die Steinbacher übrigens Manfred Kopp vom Oberurseler Geschichtsverein. Vor rund zwei Jahren hielt der Lokalhistoriker für den befreundeten Steinbacher Verein einen Vortrag über die Druckkunst und brachte als Geschenk eine schlechte Kopie der Abbildung mit. «Wo sich das Original befindet, wissen wir leider nicht», erklärt die Vorsitzende.

 

Doch das ist gar nicht so schlimm, wenn man Computerspezialisten wie Manfred Büchner zu den Vereinsmitgliedern zählen kann. Am Computer hat er die schlechte Kopie nachbearbeitet – mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann.

 

Wer sich mal direkt von dem Bild beeindrucken lassen möchte, der hat vom 16. Januar an wieder Gelegenheit dazu. Mit diesem Datum öffnet das Heimatkundemuseum Steinbach im Backhaus, Kirchgasse 1, seine Pforten wieder und hat für Interessierte jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Dort warten dann gleich noch rund 300 weitere Exponate auf neugierige Augen. Führungen für Gruppen sind jederzeit nach Anmeldung möglich.         veh